Marpingen, 06.01.2018, von Stefan Scherer

Aus Übung wurde Ernst: Feldversuch Mobiler Pegel in Berschweiler

Um die Funktionen des mobilen Pegel unter Realbedingungen zu testen, entschlossen wir uns am Mittwoch, den 03.01.18 den mobilen Pegel in Berschweiler in der Alsbach zu installieren und betreiben. Die vorhergesagte Wetterlage schien dafür ideal. Zu diesem Zeitpunkt führte der Alsbach auch bereits Hochwasser.

Pegelverlauf Pegel Berschweiler

In enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr aus Berschweiler wurde am Mittwoch gegen 19:00 Uhr ein Standort für den Pegel gesucht und die kritischen Werte definiert. Es wurden Zugänge für die Feuerwehr auf den Server geschaltet, damit diese den Pegel beobachten könnten. Auch wurde die Feuerwehr in das Alarmmeldesystem aufgenommen, damit diese bei Erreichen des kritischen Wertes mit alarmiert werden. Der Pegel wurde ohne zusätzliche Stromversorgung installiert um zu testen, wie lange der Pegel autark einsetzbar ist.

Am Donnerstag um 19:00 Uhr wurde die SMS 'THW Theley-kritischer Pegel 0,842mWs für Pegel Berschweiler am 04.01.2018 18:46:03 erreicht' versendet. Die Zeitverzögerung kam durch die bundesweite Lage und der Auslastung von Groupalarm zu stande. Hier wurde bereits der erste Verbesserungspunkt realisiert, damit zumindest ein Verantwortlicher direkt, ohne den Umweg über Groupalarm, informiert wird.

Dann ging es Schlag auf Schlag, kurz darauf liefen die ersten Hilferufe bei der Feuerwehr auf.

Während des Einsatzes wurde der Pegelverlauf und der aktuelle Pegelstand immer wieder zu Rate gezogen um Entscheidungen zu untermauern. In Marpingen an der Schafbrücke ist eine Pegellatte installiert. Der Abgleich der Pegel in Marpingen und Berschweiler und dessen Entwicklung gaben sehr gute Aufschlüsse über das zu erwartende Ausmass in Berschweiler.

Um 21:47 Uhr erreicht der Pegel Berschweiler mit 1,470mWs den Höchststand.

Am Freitag Abend um 20:14 Uhr wurde die Messung gestoppt. Der Zusatzakku war zu diesem Zeitpunkt leer und hätte wieder aufgeladen werden müssen. Der Pegel hätte noch ca. 8 Stunden mit dem PDA weiter betrieben werden können.

Das bedeutet der Pegel kann mind. 48h ohne externe Stromversorgung betrieben werden. Es besteht die Möglichkeit den Pegel mit einer Stromversorgung 12V oder 220V zu betreiben. Ausserdem kann die autarkte Laufzeit mit Einsatz eines Solarmodules verlängert werden.

Das Übungsziel war erreicht. Es konnten wichtige Erkenntnisse über die Standortauswahl und den Betrieb des Pegels gewonnen werden.

Konkret wurde bereits jetzt aufgrund der Erfahrungen folgende Verbesserungen umgesetzt:

  • Auslösung einer Havariemeldung direkt an einen zu definierenden Verantwortlichen parallel zu Groupalarm
  • Nach Erreichen des kritischen Pegelwertes kann ein wiederkehrender Delta-Alarm eingestellt werden. (z.B. kritischer Pegel 1m Auslösung Alarm und dann alle 15cm geht eine Alarmmeldung raus).
  • Erweiterung der Fernsteuerung des PDA um weitere Befehle, um Anfahrten zum Pegelstandort zu vermeiden

 

 Auf den Bildern ist die Internetoberfläche und der installierte Pegel in Berschweiler zu sehen.

 

Vielen Dank an den stellv. Wehrführer der Gemeinde Marpingen Marco Jochem und die Feuerwehr Berschweiler für die gute Zusammenarbeit und die Anregungen und besonders an Günter Klein für die Bereitstellung des Geländes zur Installation des Pegels.


  • Pegelverlauf Pegel Berschweiler

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