Deggendorf, 29.04.2017

internationale Katastrophenschützer gegen die Fluten

Im Rahmen des EU-Projektes IPA Flood bilden Helfer des THW gemeinsam mit Experten aus Slowenien, Schweden und Italien Katastrophenschützer aus den westlichen Balkanlandern und der Türkei aus. Im Rahmen des Projektes wurde der Bedarf der Länder verifiziert, hierbei hat Markus Schäfer unterstützt. Aktuell wurden theoretische und praktische Ausbildungen für die Helfer in Deggendorf durchgeführt. Die Vorbereitung und Ausbildung hat Stefan Scherer als einer der THW-Trainer unterstützt

Hochwasser bedroht Leben, zerstört Eigentum und wirkt sich negativ auf die Wirtschaft eines Landes aus. Damit die westlichen Balkanländer und die Türkei gut auf Hochwasserlagen vorbereitet sind, hat das THW zusammen mit Spezialisten des schwedischen und italienischen Zivilschutzes 140 Einsatzkräfte aus den betroffenen Ländern im Bereich Hochleistungspumpen und Barrierebau ausgebildet.

Ende März reisten hierfür innerhalb einer Woche 60 Teilnehmende aus Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Serbien ins bayrische Deggendorf. Vergangene Woche insgesamt 80 Einsatzkräfte aus Albanien, Kosovo, der ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien und der Türkei.

Weil nur wenige der Gäste Englisch sprachen, verlangte vor allem der Theorieteil am Morgen viel Kreativität von den Ausbilderinnen und Ausbildern. Sie unterrichteten auf Englisch während vereinzelte Teilnehmende aus jedem Land anschließend für die Kameradinnen und Kameraden das Gesagte übersetzten. THW-Kräfte mit türkischen und kroatischen Sprachkenntnissen unterstützten sie hierbei zusätzlich.

In Gemeinschaftsarbeiten umgingen die einzelnen Ländergruppen die Sprachbarrieren, indem sie sich spielerisch einem Thema näherten. So bekamen sie verschiedene Bilder von Gerätschaften, die sie je nach Eigenschaft in unterschiedliche handwerkliche Kategorien einordneten. Die Teilnehmenden sortierten puzzleartig Materialien bestimmten Kategorien zu, beispielsweise Schläuche und Adapter zu den Großpumpen.

Nachmittags fuhren alle Teilnehmenden auf den Wasserübungsplatz der Bundespolizei Deggendorf an der Donau. Mit der passenden Schutzkleidung ausgerüstet wendeten sie ihr zuvor Erlerntes nun in der Praxis an. So stellten sich die Gruppen einen kleinen aufgestellten Mast als kritische Infrastruktur, wie ein Krankenhaus, vor. Weil die Infrastruktur vor Wassermassen geschützt werden muss, bauten die Teilnehmenden eine kreisförmige Barriere um den Mast. An einer anderen Station benutzen die Einsatzkräfte eine elektrische Pumpe sowie eine Motorpumpe am Fluss und bauten unterschiedliche Pumpstrecken auf.

Insgesamt beteiligten sich acht Ortsverbände des Geschäftsbereichs Straubing gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Auslandsreferats: Bogen, Deggendorf, Laaber, Mallersdorf, Passau, Regen, Regensburg und Vilshofen. Außerdem unterrichteten Pumpen- und Hochwasserspezialisten des THW aus ganz Deutschland sowie Ausbilder aus Schweden und Italien.

Die Ausbildung ist Teil des EU „Instrument for Pre-Accession Assistance“ (IPA) Programms. Ein Zusammenschluss der Länder Deutschland, Italien, Schweden, Kroatien und Slowenien bilden Einsatzkräfte der Länder des Westbalkans und der Türkei im Bereich Hochwasserbekämpfung aus. Hierfür entwickelten sich in den jeweiligen Staaten Einheiten für Wasserrettung, Hochleistungspumpen und Barrierebau.


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.




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